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Der Pfälzische Schachbund von 1922-1929

1922
Das einzige Schreiben im Archiv des PSB datiert vom 21.1 1922 und richtet sich an alle Mitglieder des neugegründeten PSB. Dieses Schreiben, unterzeichnet vom 2. Vorsitzenden Eser und vom Schriftführer Heckner hat als Anlage eine Satzungsentwurf für die Vereine beigefügt (dieser Satzungsentwurf ist nicht erhalten). Die Vereine wurden aufgefordert, diesen Satzungsentwurf durchzuarbeiten, damit er bei der nächsten Generalversammlung angenommen werden könne. Die Vereine wurden zur Einzahlung des Jahresbeitrages 1922 aufgefordert. Beigefügt war auch ein Vereinsfragebogen (ebenfalls nicht erhalten) zu statistischen Verbandszwecken.

Wilhelm Eser "Lebendige Kontinuität"

Wilhelm Eser ist der Einzige, der von der Gründung des Pfälzischen Schachbundes bis in die Nachkriegszeit dem Verband in allen Phasen diente. Als Mitgründer und 2. Vorsitzender der Jahre 1921 - 1929 war er im Dritten Reich Schatzmeister, um, wie er schreibt, "das Schlimmste zu verhindern". Nach dem Krieg übte er zwar keine Funktion mehr aus, gestaltete aber als Ehrenmitglied und Ehrenvorsitzender die Geschicke des Pfälzischen Schachbundes bis zu seinem Tode mit. Eser sah selbst seine Rolle als die des Dienenden. Dafür war er bereit, eigene Ambitionen und Interessen zurückzustellen.
R. A.

Über Pfingsten fand der erste Kongreß des Pfälzischen Schachbundes anläßlich des 10. Stiftungsfestes des Ludwigshafener Schachvereins in Ludwigshafen statt. Anläßlich des Kongresses wurde auch die Mitgliederversammlung des Pfälzischen Schachbundes abgehalten, eine Tradition, der man jahrzehntelang treu blieb.
Wegen Wegzugs von Prof. Dr. Reiser wurde Dr. Waldmann (Neustadt) zum 1. Vorsitzenden ge¬wählt.
Folgende Turniere wurden durchgeführt:
Hauptturnier A (10 Teilnehmer): Unter diesen zehn besten Spielern der Pfalz ging der Jugendliche Hans Ruchti aus Speyer mit 4 1/2 Punkten als Sieger und damit 1. Meister in der Geschichte des Pfälzischen Schachbundes hervor. Auf dem 3. Platz finden wir hier Hussong (Friesenheim), der in den Folgejahren zu den besten Pfälzer Schachmeistern zählen sollte.
Hauptturnier B (30 Teilnehmer): Hier gewannen Dagne (Mundenheim) und Römmich (Bad Dürkheim).
Auf den weiteren Plätzen findet man auch Namen wie Wild (Ludwigshafen), sowie die bereits be¬kannten Professor Reiser und Dr. Waldmann, ein Beweis dafür, daß schon damals Schachfunk¬tionäre auch starke Schachspieler waren.

Schließlich wurde noch ein Nebenturnier mit 12 Teilnehmern durchgeführt Hier siegten punktgleich Gimmy (Reingönheim) und Baumgartner (Mundenheim).
Aus den Aufzeichnungen von Eser erfahren wir, daß ein Rahmenprogramm mit künstlerischen Darbietungen und Tanz am Pfingstmontag die pfäizische Schachfamilie auch gesellschaftlich vereinte
Pirmasens trat dem Pfälzischen Schachbund bei
Vorbereitung und Durchführung des Pfälzischen Schachkongresses waren schwierig. Es herrschte französische Besatzung und Inflation. Die Teilnehmer mußten sich Pässe besorgen, um nach Ludwigshafen reisen zu können. Die Gesamtkosten des Kongresses betrugen 8.000 RM, wovon Ludwigshafen 3.000 RM trug und jeder Mitgliedsverein 500 Reichsmark.
Die Regierung der Pfatz stiftete 500 RM für einen Pokal, ein lächerlicher Betrag, mit dem nichts anzufangen war, wie der Chronist vermerkt.
Dem Ludwigshafener Verein brachte der Kongreß keinen Zuwachs an Mitgliedern. Vielmehr ging der Verein eher finanziell geschwächt aus dem Kongreßjahr heraus. Aber die Presse nahm Notiz vom pfälzischen Schach und die Neue Pfälzische Landeszeitung führte eine Schachspalte ein (Betreuer: Der Mundenheimer Lehrer Laux), ebenso die Pfälzische Rundschau (Betreuer: Hugo Hussong).

1923
Im Jahre 1923 gab es keinerlei schachliche Aktivitäten, die überliefert sind. Sehr wahrscheinlich konnten auch keine schachlichen Tätigkeiten stattfinden. Was war passiert?
Deutschland litt in stärkstem Maße unter den Folgen der Reparationsleistungen und den Versu¬chen der Regierung, Wirtschaft und Währung zu konsolidieren. Der Inflationsprozeß erreichte im Herbst 1923 seinen Höhepunkt. Die Ursachen für diesen Prozeß lagen in der ständigen Auswei¬tung und Beschleunigung des Notenumlaufs bei nahezu gleichbleibendem Warenangebot, in der Kreditvermehrung und in den wachsenden Reichsschulden. Dieser Prozeß wurde nach dem Kriege durch die Umstellung auf die Friedenswirtschaft und damit verbundenen Neuinvestitionen (zusätzliche Kreditaufnahmen), die Folgen des verlorenen Krieges und innenpolitisch durch die in¬stabilen Verhältnisse weiter vorangetrieben. Ab dem Sommer 1923 konnte die Reichsbank den Kurs der Mark nicht mehr stützen, die Lebensmittelversorgung brach stellenweise zusammen, die Löhne und Gehälter reichten kaum noch zur Deckung des Existenzminimums aus. Als die Kaufkraft des Geldes immer schneller schwankt, setzt eine allgemeine Flucht in Sachwerte ein. Dazu bediente man sich eines psychologischen Kunstgriffes: eine Rentenbank wurde gegründet und mit der Ausgabe der Rentenmark beauftragt, deren Wert auf eine Billion Papiermark bei einer Parität von 4,20 Mark zum Dollar festgelegt wurde. Diese neue Währung, am 15.11.1923 eingeführt, war nicht durch Gold gedeckt, sondern in Rentenbriefen einlösbar.
Inflationsgewinner dieser Regelung war zunächst einmal der Staat, dessen innere Kriegsschuld in Höhe von 154 Milliarden Mark am 15.11.1923 nur noch den Wert von 15,4 Pfennig des Jahres 1914 hatten. Dagegen verarmten große Teile des Mittelstandes, deren in festen Geldbeträgen an¬gelegte Vermögenswerte (wie Staatsanleihen, Hypotheken, Pfandbriefe, Sparkassenguthaben) wurden wertlos. Dies betraf vor allem die kleinen Unternehmer, die Händler, Handwerker, die Angehörigen der freien Berufe, die Beamten und Angestellten. Gewinne aus der Inflation zogen diejenigen, die Papiergeldkredite aufgenommen und in Sachwerten angelegt hatten (z.B. in Grundbesitz, Kunstwerken oder Möbeln).
Diese spannungsgeladene innenpolitische Situation nutzten die verschiedenen radikalen Gruppen als Agitationsfeld.
Zu diesen Problemen kam im Jahr 1923 in unserem heimischen Raum noch die Separatistenbe¬wegung im Rheinland. Im Versailler Friedensvertrag hatte Frankreich zwar sein Ziel, unabhängige Pufferstaaten zwischen sich und dem Reichsgebiet zu schaffen, nicht erreicht, aber das linke Rheinufer und einige rechtsrheinische Gebiete blieben bis zu 15 Jahren von alliierten Truppen be¬setzt. Einige Ereignisse dieses turbulenten Jahres in der Pfalz: Franzosen besetzen die Direktion der Pfälzischen Eisenbahn, der gesamte Eisenbahnverkehr im linksrheinischen Gebiet wird stillgelegt, es beginnt der passive Widerstand; mehrfach wird zwischen Ludwigshafen und Mannheim die Rheinbrücke gesperrt, die BASF wird von den Franzosen besetzt, die Rheinzoll¬grenze zwischen Ludwigshafen und Mannheim tritt in Kraft, die französische Besatzung beschlagnahmt die Lohngelder der BASF, der Stadtrat Ludwigshafen beschließt die Ausgabe von Notgeld (1 - 2 Millionen-Scheine), die Besatzungsmacht versiegelt die Kassen der Stadtverwaltung Ludwigshafen. Ca. 127 Milliarden Papiermark verfallen der Beschlagnahme. Der französische Ge¬neral Metz ruft die "autonome Pfalz" aus. Die BASF gibt den Anilin-Dollar als Notgeld aus. Er ist in der Zeit der Geldentwertung sehr begehrt. Der 21. November ist der teuerste Tag aller Zeiten in Deutschland. Der Kurs für einen Dollar beträgt 4,2 Billionen Mark. Ludwigshafen wird von Separatisten besetzt, die deutsche Polizei von den Franzosen entwaffnet.
Bei diesen Turbulenzen verwundert es nicht, daß für Schach keine Zeit blieb.

1924
Mit der Einführung der Rentenmark und später der Goldmark konnte der Pfälzische Schachbund seinen Kongreß wieder finanzieren. Er fand Ostern 1924 in Kaiserslautern statt.
Gelder für den Kongreß wurden durch Stiftungen der Mitglieder und Zuwendungen der Mitglieds¬vereine erbracht. So ist aus den Archivunterlagen überliefert, daß vier Schachfreunde aus Ludwigshafen (Angestellte) je 10,00 RM für den Kaiserslauterer Kongreß spendeten. Ein Beweis der Gebefreudigkeit trotz der damals sehr schlechten Gehälter.
Der 2. Kongreß wurde über Ostern in Kaiserslautern abgehalten und nahm einen glänzenden Verlauf. Eine große Festveranstaltung mit vielen Künstlern vom Stadttheater war der Höhepunkt. Der Pfalzmeister wurde in einem Meisterschaftsturnier unter acht Teilnehmern ermittelt. 2. Pfalzmeister wurde Dr. Thönes (Speyer) vor Hussong (Kaiserslautern), sowie den punktgleichen Oberregierungsrat Rebmann (Kaiserslautern), Eser (Ludwigshafen) und Grabmann (Speyer).
Am Hauptturnier nahmen 20 Teilnehmer teil. Es siegte Wagner (Ludwigshafen).
Das Nebenturnier mit 8 Teilnehmern gewann mit 5 Siegen aus 5 Partien Kannengießer (Speyer). Erstmalig wurden 3 Schönheitspreise ausgesetzt, die an Grabmann und Dr. Thönes (beide Speyer) und Reinig (Mutterstadt) gingen.
Die Hauptversammlung wählte zu ihrem neuen 1. Vorsitzenden Hermann Rörrunig (Kaiserslautern) und zum Schriftführer Jörg (Pirmasens).

Hermann Römmig "Der Standhafte"

Als beeindruckende und große Persönlichkeit stellt sich Hermann Römmig, Vorsitzender des PSB von 1924 - 1933, dann noch einmal von 1948/49, aus den Archivunterlagen dar. Der selbständige Kaufmann aus Zweibrücken bekleidete auch im DSB lange Jahre das Amt des Schatzmeisters. Er hat den Verband mit Würde und Niveau geführt. Seine große Stunde kam 1933, als er standhaft und mutig sich von der nationalsozialistischen Gleichschaltung distanzierte, unter ausdrücklichem Protest zurücktrat und auf DSB-Ebene in einem letzten, mutigen Akt versuchte, den Zwangsanschluß des Deutschen Schachbundes an den Großdeutschen Schachbund der Nazis in letzter Sekunde zu verhindern. Als Opfer des Nationalsozialismus hat er innerhalb klarer Grenzen den verständlichen Oppor¬tunismus seiner schachlichen Weggefährten im Dritten Reich verstanden und verziehen. Obwohl er sich aufgrund des erlittenen Leides vorgenommen hatte, nie mehr für den Schachbund tätig zu se+n, stellte er sich dann doch bei der Wiedergründung nach 1945 zur Verfügung und half mit, einen neuen PSB auf den Weg zu bringen. Den niedergelegten Ehrenvorsitz nahm er wieder an und starb hochgeachtet 1958. Solange der PSB besteht, kann er mit Stolz auf die Verdienste und öe Standhaftigkeit dieses Vorsitzenden zurückblicken.

Der Pfälzische Schachbund trat dem Bayerischen Schachbund und damit dem DSB bei
Der Beitrag wurde auf 1 M festgesetzt.
Besonderer Höhepunkt dieser Mitgliederversammlung: Der Präsident des Deutschen Schachbun¬des Walter Robinow (Hamburg) verlieh dem bekannten Problemschachkunstmeister Dr. Sackmann (Kaiserslautern) den Ehrenteller des Deutschen Schachbundes aus Meißener Porzellan
Schachlicher Höhepunkt dieses Jahres war eine Simultanreise des bekannten Schachgroßmei¬sters Mieses durch die Pfalz.
Mieses, ein Freund Römmigs, berichtet darüber später in den "Deutschen Schachblättern". Zuerst gab Mieses eine Blindpartievorstellung in Zweibrücken. Er gewann drei Partien und remisierte drei weitere. Es folgte eine Simultanveranstaltung in Pirmasens an 30 Brettern (+ 27, - 1, = 2). Mieses lobt die 140 Mitglieder des Pirmasenser Schachklubs als für eine Stadt von kaum 45.000 Einwohnern erstaunlich.
In Landau spielt Mieses blind simultan (+ 4, = 2). Der Landauer Schachklub habe nach längerem Dornröschenschlaf einen plötzlichen Aufschwung genommen und habe annähernd 70 Mitglieder, darunter eine erfreuliche Anzahl schachbegeisterter Damen.
Die anderen Simultanvorstellungen:
Weisenheim am Sand (18+, 3 =), Grünstadt (22 +, 1 -), Freinsheim (19 +, 1 =).
Mieses rühmt auch, daß den Simultanvorstellungen mitunter ziemlich zahlreiche Zuschauer beiwohnten.
Besonders rühmt Mieses aber die landschaftlichen Reize der Pfalz und den guten Wein. Ein Ausflug auf den Trifels im Kreise der Landauer Schachfreunde wird erwähnt und ein Nachmittags¬spaziergang durch die weinduftenden Rebengefilde von Wachenheim bis Deidesheim unter Römmigs Führung.
Mieses schließt mit seinen Ausführungen: "Daß sich allenthalben an die Schachsitzungen eine zweite, nicht weniger 'schwere' und gleichfalls mehrere Stunden dauernde Sitzung anschloß, bei der wir die edlen Bodenerzeugnisse des Landes kritisch prüften, wird niemanden verwundern, der die echte Pfälzer Gemütlichkeit kennt. Ich schließe mit dem Geständnis, daß die 'Pfälzer Rund¬schau' nicht ganz unrecht hatte, als sie schrieb: 'Alljährlich, wenn die Weinlese 'droht' - wie es in der Schachsprache heißt - zieht es Meister Mieses unwiderstehlich nach der Pfalz."
Zweibrücken besiegt in zwei Freundschaftskämpfen Homburg mit 9,5 : 2,5 und 7,5 : 2,5.

1925
Ein Mitgliederverzeichnis aus dem Jahre 1925 weist 16 Vereine sowie 5 "schwebende" aus. Zu den 11 Gründervereinen waren hinzugekommen: Bad Dürkheim, Schifferstadt, Neuhofen, Zweibrücken, Weisenheim/Sand, Freinsheim und Neuleiningen.
Einer der schwebenden Vereine war ausweislich der Archivunterlagen der 1925 gegründete Schachclub Grünstadt.
Der 3. Schachkongreß wurde über Ostern in Speyer ausgetragen. Chronist Eser vermeldet, daß der Kongreß bescheiden durchgeführt wurde, weil das Geld allgemein knapp war. In der Pfälzer Schachzeitung, Heft Nr. 4, April 1925) heißt es jedoch, daß der Kongreß seinen Vorgängern in kei¬ner Beziehung nachgestanden habe.
Für das Meisterturnier (6 Teilnehmer) haben wir eine Tabelle.

Das Hauptturnier mit 22 Teilnehmern gewann B Kohlmann (Kaisersiautern), im Nebenturnier mit 18 Teilnehmern endeten punktgleich Beisei (Speyer), Jaque (Mundenheim), Decker iRheingönheim) und Schalk (Mutterstadt).
Schönheitspreise gingen an Ruchti (Speyer), Jung (Frankenthal) und Beisel (Speyer). Sämtliche Preise bestanden in Geld.
Ein Begrüßungsabend eröffnete den Schachkongreß. Musikstücke durch Freunde des Schach¬clubs Speyer, Auftritt des Karlsruher Opernsängers Franz Schuster und Rezitationen durch das Mitglied des SC Speyer, Oswald Dobbeck umrahmten diese Veranstaltung, zu der auch der Vorsitzende des Bayerischer, Schachbundes, Direktor Ewinger (München), sowie der internationale Schachmeister, Dr. Seitz (München), erschienen.
--hronist Eser vermerkt zu diesem Kongreß kritisch: "Diese Sonderbeteiligungen schaffen zwar einigen Spielern gute Spielmöglichkeiten Sie verschlangen aber zuviel Geld, das anders besser hätte verwertet werden können. Das Herausstellen von Spitzenleistungen war damals Trumpf und wurde auch durch die Zeitungen eher beachtet Eine Simultanreise von Mieses hätte aber sicher mehr 1Nerbeerfolg! (Kosten: RM 30,00 - RM 60,00 je nach Verein)."

Die Generalversammlung bestätigte den bisherigen Vorstand. Dem Verband gehörten 18 Vereine mit über 700 Mitgliedern an. Der Kassenbestand betrug nur ?0 RM. Es wurde eine Beitragserhöhung

auf 2 RM beschlossen. Die Übernahme der "Pfälzischen Schachzeitung" durch den PSB wurde abgelehnt.
Da durch die Pfälzische Schachzeitung im Jahre 1925 sehr viele Informationen erhalten sind, sollen hier einige Ereignisse beispielhaft aufgeführt sein:
Der Schachclub Ludwigshafen trägt ein Winterturnier in vier Klassen aus Preisfonds 40,-- RM, Spielzeit Mittwoch abends und Sonntag vormittags.
Der Schachclub Weisenheim vermeldet 20 Mitglieder und ein Simultanspiel von Ing. Pfeifer (Frankenthal). Zwei Wettkämpfe gegen Frankenthal gingen mit 5 1/2 : 8 1l2 bzw 8 : 8 verloren Großmeister Mieses spielt in Weisenheim an 29 Brettern simultan. Ein Wettkampf gegen Freins¬heim wird mit 14 : 6 gewonnen. Die Weisenheimer spielen eine Korrespondenzpartie gegen Rheingönheim.
Rheingönheim meldet 28 Mitglieder und trägt Wettkämpfe gegen Mutterstadt. Mundenheim, Frankenthal, Neuhofen aus.
Mundenheim hat sich zur Schulung seiner Spieler eine Schachbibliothek zugelegt.
Frankenthal führt Wettkämpfe gegen Rheingönheim (5 : 4), Mundenheim (5 6), Weisenheim (8,5 : 5,5 und 8 : 6) und Freinsheim (10,5 : 1,5) durch. Es werden zwei Korrespondenzpartien ge¬gen Weisenheim gespielt.
Der SK Neuteiningen hilft bei der Gründung des SK Grünstadt und beide Vereine treten dem PSB bei.
Kaiserslautern berichtet über einen 11,5 : 7,5 Erfolg gegen Pirmasens.
Neuteiningen ist stolz darauf, bei 1000 Einwohnern die Mitgliederzahl von 7 auf 24 erhöht zu ha¬ben und gewinnt einen Freundschaftskampf gegen Freinsheim mit 12,5 7.5 Zwei Korrespon¬denzpartien gegen Weisenheim werden ausgetragen.
Weltmeister Dr. Emanuel Lasker gibt Simultanveranstaltungen in der Pfalz, am 10. März in Kai¬serslautern (er gewinnt alle 30 Partien) und am 12. März an 36 Brettern in Pirmasens (+ 34, Remis gegen Weiß und Zundel).
Der Schachclub Landau wird am 29.1 1925 wieder neu ins Leben gerufen
Der junge Neuhofener Club verliert ein Freundschaftsspiel gegen Rheingönheim 1 : 5. Rheingönheim gewinnt einen Freundschaftskampf gegen Feudenheim mit 5,5 : 4,5. Frankenthal siegt gegen Neuleiningen mit 4,5 : 3,5 und besiegt Worms mit 8 : 1, im Rückspiel mit 5,5 v 2,5.
Zweibrücken und Landau vereinbaren ein Städteturnier. Landau gewinnt 9 : 5.
Ein gemeinsamer Ausflug auf die Madenburg und ein gemütlicher Abend mit Tanz und Musik runden die Veranstaltung ab.
Fleißner (Ludwigshafen) und Ruchti (Speyer) vertreten den Pfälzischen Schachbund auf der Rheinmeisterschaft in Bad Münster a. St. Ruchti verliert von 10 Partien nur eine und erzielt den 4 Platz.
Ludwigshafen trägt sein Winterturnier aus. Die Klasse 1 muß, die Klasse 2 soll mit der Uhr spielen.
Weisenheim am Sand meldet beim Vereinsturnier den 3. Platz des erst vierzehnjährigen Schülers Schubar.
Erstmalig wurde ein Länderkampf gegen die Saar ausgetragen Die Pfalz siegte 8 : 4 Zweibrücken trägt zwei Freundschaftswettkämpfe gegen Landau aus, verliert in Landau 3 : 10 und siegt mit demselben Ergebnis im Rückspiel

Lasker, Simultan in Pirmasens, Cafe Luitpold - 25 Bretter, gewonnen 24, Remis 1 (gegen unbekannt),
1 Frau spielte rnit - Name nicht bekannt

1926
Der 4. Kongreß fand in Frankenthal statt, und hier wurde die Satzung des Pfälzischen Schachbundes endgültig angenommen. Sie befindet sich leider nicht bei den Archivunterlagen. Es ist überliefert, daß die Generalversammlung kein Ende nahm und weit über Mitternacht dauerte Die Kongreßkosten betrugen 620,00 RM, wozu der Schachbund einen Zuschuß von 230,00 RM gab. 396 Stimmen waren bei der Generalversammlung vertreten.
Pfalzmeister wurde Hussong (Ludwigshafen) vor Vogt und Ruchti (beide Speyer).
Im Hauptturnier teilten den 1. - 4. Preis: Schelling (Mundenheim), Braun (Ludwigshafen) sowie Filling und Pfeiffer (beide Frankenthal).
Im Nebenturnier gewann Glas (Mundenheim) vor den punktgleichen Lampe (Grünstadt) und Moser (Speyer).
Im Archiv befindet sich die Einladung zum Schachkongreß als erste Unterlage ihrer Art. Der Kongreß dauerte von der Anmeldung am Gründonnerstag ab 20.30 Uhr bis zur Preisverleihung am Ostermontag um 15.00 Uhr.
Alle Teilnehmer spielten 5 Runden nach Schweizer System. Die Bedenkzeit betrug 2 Stunden für 40 Züge. Die Hälfte der Teilnehmer erhielt Preise. Die Startgelder betrugen im Meisterturnier 6 Mark, im Hauptturnier 4 Mark und im Nebenturnier 3 Mark, die Preise im Meisterturnier bei 8 Teilnehmern 50, 30, 20 und 10 Mark, im Hauptturnier bei 20 Teilnehmern 30, 27, 26 und 25 Mark usw., im Nebenturnier bei 12 Teilnehmern 15, 12, 10, 8 Mark usw.
In Pirmasens fand der Bayerische Schachkongreß statt Neu in den Schachbund eingetreten waren Dahn und Rodaiben sowie die Schachvereinigung Kaiserslautern (eine Absplitterung vom Arbeiterschachclub). Der Chronist vermerkt: Dies ist eine Ausnahmeerscheinung, da im allgemeinen sogenannte bürgerliche Vereine zum Arbeiterschach abwanderten "
Kaisersiautern richtet vom i- - 15. August die Rheinmeisterschaft aus. Beteiligt waren Spieler aller am Rhein gelegenen deutscher Gaue von der holländischen bis zur Schweizer Grenze.
Bogoljubow und Mieses veranstalteten Simultanreisen in der Pfalz. Der Wettkampf gegen die Saar in Saarbrücken endete 6:6.

Sämisch, Blindsimultan in Pirmasens, Cafe Luitpold - 12 Bretter, gewonnen 10, verloren 2 Partien

1927
Der 5. Kongreß fand über Ostern in Mundenheim statt. Der Bundeszuschuß ist mit 250,00 RM überliefert. Im selben Jahr fand in Kaiserslautern auch die Rheinmeisterschaft statt. Angeblich soll der bekannte Großmeister Reti, der sich auf einer Simultanreise durch die Pfalz befand, diese Rheinmeisterschaften in Kaiserslautern als Schiedsrichter geleitet haben. Auch eine Simultan-schachreise des Großmeisters Sämisch ist überliefert, der bis an 60 Brettern in Ludwigshafen, Frankentha!. Pirmasens, Speyer und Kaiserslautern und Kirchheimbolanden gespielt hat. In Ludwigshafen gab Sämisch eine Blindvorstellung an 9 Brettern, allerdings vor wenigen Zuschau¬ern. Der Wettkampf gegen die Saar in Landau endete 9 : 3 für die Saar.
Eine außerordentliche Generalversammlung in Landau beschloß den Austritt des Bundes aus dem Bayerischen Schachbund. Grund: Der Mitgliedsbeitrag von 2,00 RM, der pro Mitglied an den Bayerischen Schachbund abgeführt werden mußte, war nicht haltbar. Der Beitrag im PSB wurde dann ermäßigt auf 1,20 RM für Stadtvereine und 1,00 RM für Landvereine pro Mitglied
Beim Kongreß traten im Meisterturnier nur zwei Spieler an. Es siegte Dr. van Rüss vor Hussong. Das Meisterschaftsturnier sah punktgleich auf Platz 1 Schelling und Kohlmann vor Fieißner und Braun.
Im Hauptturnier siegten Beisel und Laux, im Nebenturnier kamen punktgleich auf Rang 1 Kirchhart und Schmid.
Der Kongreß fand in einem Unterhaltungsabend mit Preisverteilung einen würdigen Abschluß.
Ausgetreten aus dem Pfälzischen Schachbund sind Kindsbach und Eisenberg (Der Eintritt ist in den Archivunterlagen nicht vermerkt,)
Tod des weltberühmten Kaiserslauterer Problemmeisters Franz Sackmann

1928
Der 6. Pfalzkongreß fand vom 6. - 9. 4. in Zweibrücken statt.
Im Meisterturnier siegte der Saarländer Weissgerber vor Mayer, Mannheim (hinter diesem Pseudonym verbirgt sich der Speyerer Meisterspieler Dr. Thoenes) und Hussong (Ludwigshafen). Das Meisterschaftsturnier gewann Stoffel.
Am Festabend überreichte H. Römmig dem Problemdichter P.A. Orlimont im Auftrage des Vorstandes des Deutschen Schachbundes die Ehrenmedaille des Deutschen Schachbundes aus Meißener Porzellan. Der Saar-Wettkampf endete in Saarbrücken 7 : 5 für die Saar.
Der Pfälzische Schachbund war mitbeteiligt an Ausarbeitungen der Richtlinien für die Austragung der Rheinmeisterschaften neben dem Kölner Zweckverband sowie den Schachverbänden Mittelrhein, Oberrhein, Rhein-Westfalen und dem Saarland.
Weiterhin vermeldet sind zwei Vizemeisterschaften von Hussong (Ludwigshafen) bei den Meisterschaften des Oberrheinischen Schachbundes in Karlsruhe und der Rheinmeisterschaft. Bei letzterer erzielte Hüther (Zweibrücken) 1,5 Punkte.

1929
Der 7. Pfälzische Schachkongreß fand vom 29.3. - 1.4. im Hotel "Schwan" in Landau statt. Ver¬antwort(ich für die Organisation war auf Seiten des Schachclubs Landau der damalige 1 Vorsitzende W. Daum.
Das Archiv verfügt über einen handschriftlichen Bericht von Hüther (Zweibrücken) und einen Zei¬tungsartikel, die jedoch divergieren. Nach beiden Quellen wird Hussong (Ludwigshafen) Pfalzmeister. Gemäß Zeitungsnachricht geht der 2. Platz an Dr. Thoenes (Ludwigshafen). Dritter ist nach beiden Quellen Stoffel (Zweibrücken).
Das Meisterschaftsturnier gewinnt Hüther (Zweibrücken) vor den punktgleichen Dr. Wörscher (Landau) und Zimmermann (Ludwigshafen). Es handelt sich um den Zimmermann, der bei der Wiedergründung des Pfälzischen Schachbundes 1947/48 eine führende Rolle übernehmen wird. Das Hauptturnier gewann Schmidt (Zweibrücken) vor G. Heinrich (Ludwigshafen) und den punktgleichen Dambach (Haßloch) und Schmidt (Kaiserslautern).
Nach einer von Arnold eingereichten Quelle siegte im Nebenturnier Helm (Frankenthal) vor den punktgleichen Lang (Speyer) und Schrodt (Ludwigshafen). Laut dem Zeitungsartikel wurde dieses Turnier jedoch von Kissel (Landau) gewonnen.
Bei der Generalversammlung ging es um einen Antrag von Kaiserslautern, der PSB solle in Zukunft die Kongresse finanzieren. Man konnte jedoch die Frage, ob dies über eine Beitragserhöhung, eine Kongreßumlage oder Ausgabenbeschränkungen erfolgen solle, nicht lösen.
Neu in den Vorstand gewählt wurden als 2 Vorsitzender E. Hüther (Zweibrücken) und Hoffmann (Worms) als Schriftführer.
Ein Festabend mit Theaterstück, Gedichtvortrag und Sketchen schloß den Kongreß ab.
In Worms siegt die Pfalz gegen das Saarland mit 8,5 : 3,5 Punkten.
Aus Ludwigshafen wird ein Mitgliederrückgang des SK Ludwigshafen gemeldet, weil in den Vor¬orten etliche Vereine gegründet worden seien Sämisch gab dort am 6 November eine Simultanveranstaltung und konnte nach nur zwei Stunden 14 Partien gewinnen. zwei verlor er, sie¬ben Partien endeten Remis.
Zweibrücken trägt zwei Freundschaftswettkämpfe gegen Homburg aus, gewinnt das Hinspiel 8,5 : 5,5 und unterliegt im Rückspiel 5,5 6,5 Bei Zweibrücker. spielen u.a. Hüther, ',Neichselbaumer und Nusch mit.
Ein Freundschaftsspiel gegen Landau wird mit 5:7, gewonnen.